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Keine Afferei

Es wurde in letzter sehr viel über das Tiergehege am Fuße des Pöhlbergs erzählt, berichtet und geschrieben. Vieles davon wurde auch sehr kontrovers diskutiert, teils mit doch sehr fadenscheinigen Argumenten. Vor allem das Affengehege hatte es so manchen angetan. 🙂

Erst recht, nachdem es am Freitag dem Japan-Makaken-Weibchen Erna gelang, sich aus der Behausung zu befreien und auf die Bäume zu flüchten. Ermöglicht wurde diese Flucht durch zwei gebrochene Schrauben, welche das Gatter zusammenhalten sollten. Um das Tier nicht zu gefährden, wurde am Freitag Abend die Rettungsaktion gegen 20:15 Uhr abgebrochen, am Samstag dann fortgesetzt und erfolgreich beendet.

Wir konnten uns heute persönlich davon überzeugen, dass es der Affendame Erna und ihrem Sohn Momo sehr gut geht. In ihrem nun auf ca. 80m² ausgebauten Gehege haben sie reichlich Gelegenheiten, sich zu beschäftigen bzw. auszutoben, aber auch sich zurückzuziehen. Bei der heutigen öffentlichen Vorstellung des neuen Anbaus am Affengehege konnten sich Medienvertreter sowie Besucher vor Ort von der ordnungsgemäßen Unterbringung überzeugen. Zudem stand Wirtschaftsbürgermeister Thomas Proksch Rede und Antwort. Hier nun hätten Kritiker Gelegenheit gehabt, ihre Fragen zu stellen. Nur wo waren die?

Wie dem auch sei, hier noch einmal ganz kurz, wie es dazu kam, dass im Tiergehege nunmehr auch zwei Japan-Makaken beherbergt werden:
Die beiden Affen lebten ursprünglich im Minizoo Aue, konnten dort aber nicht bleiben, da – und auch das gibt es bei Affen – sie von den anderen Tieren gemobbt wurden. Heißt, sie wurden von der Gruppe ausgeschlossen. Um nun den beiden Tieren ein Weiterleben zu ermöglichen, wurden sie zunächst nach Thermalbad Wiesenbad ins Tiergehege Hohenwendel gebracht. Dort allerdings waren die Voraussetzungen nicht gegeben, diese Affen auf Dauer zu halten. So kam es zur Anfrage, ob das Annaberger Tiergehege diese übernehmen könnte. Eine Zoogenehmigung hatte dieses Gehege bereits seit 2008. Also nahm sich das Tiergehege der beiden Japan-Makaken im Juni 2012 an und ließ auch die Zoogenehmigung erweitern.

Was folgte, war teilweise ein Affentheater. Obwohl die Unterkunft den tierschutzrechtlichen Kriterien entsprach, musste immer wieder das Affengehege für Debatten im Rathaus und auch in der Öffentlichkeit herhalten. Selbst das gesamte Tiergehege wurde teilweise so dargestellt, als würden dort die Tiere dahin vegetieren und verwahrlosen. Und das, obwohl gerade in den Sommermonaten viele Familien mit Kindern immer wieder gern da oben verweilen.

Nun also wurde das Affengehege nach einer Empfehlung der Aufsichtsbehörden ausgebaut und neu gestaltet. Die Tiere haben Bade-, Kletter- und Rückzugsmöglichkeiten in einem gedämmten Raum. Neben diesem Umbau wurden im Tierpark auch neue Beschilderungen aufgestellt sowie eine Umstrukturierung durchgeführt. So haben die Schleiereulen jetzt eine viel höhere Voliere. In ihrer ehemaligen Behausung sind nun Hauskaninchen untergebracht.

Aber es kann sich jeder selbst ein Bild vom Tiergehege machen, indem er es besucht. Dieser Besuch ist kostenlos, wenn man nicht gerade mal am Waldhaus vorbei schaut. Auch ein Aspekt, den manche sehr gern übersehen, wenn sie einmal am Meckern sind. 🙂

Ich persönlich finde, dass dieses Tiergehege mit seinem umliegenden Wald ein wunderschönes Naherholungsgebiet ist, was erhalten werden sollte. Im Übrigen wird heute um 19:00 Uhr im Sachsenspiegel ein Beitrag hierzu gesendet. Also MDR einschalten und angucken. 🙂

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2 Kommentare

  1. Das heißt also, dass die Uhu´s ordentlich gehalten werden? Ich würde das schon als dahin vegetieren bezeichnen, wenn man sich überlegt, wie viel diese Tiere in der Natur fliegen.
    Oder sperrt man Dich jahrelang auf 6 m² ein. Sollte doch reichen, oder? Kannst ja hin und her laufen.

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