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Ich habe überlebt!

[flickr]set:72157624659104539[/flickr]Was für ein Tag. Ich hatte mich der Herausforderung gestellt, die Vier-Hübel-Tour in diesem Jahr mitzufahren. Und das sogar mit knapp 25 Kilometer Anlauf (bin mit dem Fahrrad angereist).
Vorgenommen hatte ich mir eine Zeit zwischen fünf (wenn es optimal läuft) und sechs Stunden. Leider wurde dieses Vorhaben recht früh zerstört (so nach ca. 4,5 km). Gleich auf der ersten Abfahrt von Oberwiesenthal hinunter Richtung Bärenstein musste ich erfahren, dass mein eigentlich gar nicht so leichtes Rad ganz schön weit fliegen kann – leider mit mir.
Ich fuhr auf dem feuchten und damit mitunter glatten Waldweg schon ziemlich weit rechts und auch nicht gerade langsam, als mich einige Fahrer mit mächtig Speed überholten und es dabei zu einer leichten Berührung kam. Die aber reichte, dass ich vom Wege abkam, über den Lenker abstieg und in einem Abhang ein dichtes Gestrüpp aus Brennesseln und Hagebutten aufsuchte, aus dem ich mich mühevoll wieder heraus kämpfte. Vor lauter Ärger (oder war es eher Frust?) merkte ich im ersten Moment gar nicht, wie sehr alles schmerzte.
Bis zum Scheibenberg ging das noch halbwegs.
Als dann aber an der Versorgungsstation am Oberbecken kein Wasser mehr vorhanden war, gingen die Leiden weiter. Zunächst gab es aber noch eine weitere Zwangspause: Wasser fassen in einem Bach. Aber das war zum einen bereits zeitunabhängig und zum anderen mehr als wichtig, da es ohne Wasser wohl kaum weiter gegangen wäre.

Durch das Schwitzen (es war richtig schön warm geworden) brannte es mächtig an den wunden Stellen. Zudem machten mir die Prellungen am rechten Schlüsselbein und der rechten Schulter etwas zu schaffen. Aber mit der Zeit gewöhnte ich mich irgendwie daran und spürte es gar nicht mehr so sehr, zumal ich so etwas wie die zweite Luft bekam und den einen oder anderen Begleiter fand, dem es nicht viel besser erging wie mir.

Auf den letzten 20 Kilometern konnte ich dann zu einer größere Gruppe aufschließen und sogar noch ein paar Plätze gutmachen. Am Ende wurde es Platz 490 in 06:40:29 Stunden. Aber das Wichtigste: ich bin im Ziel angekommen und habe überlebt! 🙂
Und das Schönste: Auch wir wurden von zahlreichen Zuschauern mit großem Beifall empfangen. Da konnte man nach knapp 90 Kilometern dann doch gleich wieder lächeln.

Somit konnte ich dann nach ein paar gemütlichen Gesprächen gegen 18.00 Uhr samt Fahrrad den Heimweg antreten – die letzten und leichtesten 25 km des Tages.

Einen Kritikpunkt habe ich allerdings doch gefunden, trotz aller Freude über das Erreichte:
Auf der Webseite des Veranstalters steht: „Die Mountain-Bike „Vier-Hübel-Tour“ ist kein Wettkampf! Die Streckenlänge und das Streckenprofil mit über 2000 Höhenmetern sind eine große Herausforderung. Jeder Teilnehmer sollte ankommen!“
Wenn ich dann aber sehe, wie da die schnellsten und besten Radler teilweise die Abfahrten runter brettern und so manchen Zuschauer, aber auch anderen Radlern einen gehörigen Schrecken einjagen, bleibt zu überlegen, ob man diese in der Startaufstellung nicht allesamt nach vorn nimmt und für sich wertet (obwohl es kein Wettkampf sein sollte, ist es letztlich doch einer).

Ganz klar ist: Es ist keine Strecke für eine Familienradwanderung. Im Gegenteil. Es ist eine Strecke, die auf Grund mancher Stellen selbst für geübte Fahrer einige Tücken aufweist. Aber gerade dies ist auch der Reiz, diese Herausforderung anzunehmen – und natürlich die herrliche Landschaft des Erzgebirges.
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(Videolink)
Video copyright by René Goldschadt

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