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Glocken von St. Annen gehen auf Reisen

Heute war der große Moment für die Ev.-Luth. Kirchgemeinde Annaberg-Buchholz gekommen. Zahlreiche Schaulustige versammelten sich auf dem Oberen Kirchplatz zwischen der St. Annenkirche und dem Bildungszentrum „Adam Ries“, um einen einmaligen Spektakel beizuwohnen.

Viele Medienvertreter, darunter auch das MDR-Fernsehen, waren vor Ort, um zu berichten. Der Sachsenspiegel wird heute um 19:00 Uhr mit einem Filmbericht auf dieses Ereignis eingehen.
[flickr]set:72157626474201353[/flickr]
Im Rahmen der Generalsanierung kulturhistorischer Schätze, welche die Restaurierung der drei großen Glocken umfasst, wurden diese mittels eines 60-Meter-Krans vom Turm herunter gehoben.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=X9Huc1gB5sw

Als erste hing Punkt 12:00 Uhr die größte der drei Glocken am Haken, die 2.928 kg schwere und im Durchmesser 1.728 mm große Anna. Es folgte die mittlere Glocke namens Margarete, die bei einem Durchmesser von 1.410 mm stramme 1.566 kg auf die Waage bringt. Als letzte wurde die kleinste Glocke herab gelassen. Mit einem Durchmesser von 1.140 mm bringt sie aber auch noch immerhin 664 kg mit, vor allem aber hat sie einen Doppel-Namen: Peter & Paul.
Alle drei Glocken wurde 1814 in Dresden von Friedrich August Otto gegossen. Sie wurden in gleicher Disposition, aber einen Ganzton höher als das erste historische Geläut von 1511, hergestellt. Neben diesen drei Glocken goss Otto auch die vierte Glocke, die Maria/Häuerglocke, welche in der Kirchturmspitze untergebracht ist und heute zu hären war. Sie ist mit einem Durchmesser von 850 mm und einem Gewicht von 350 kg auch die kleinste.

Neben der Restaurierung der Glocken, welche in Nördlingen in der dort ansässigen Glockenschweißerei durchgeführt wird, soll auch die Sanierung des Turmes inkl. der Erneuerung der Glockenstube, des Tragwerkes und des Glockenstuhles abgeschlossen werden. Hierbei soll der hölzerne Glockenstuhl, wie er bis 1890 vorhanden war, als Vorbild dienen.

Wieder zurück zum Geschehen heute auf dem Oberen Kirchplatz:
Der Kranführer musste schon präzise Arbeit leisten, um dieses Geläut unversehrt auf dem Platz vor der Annenkirche abzustellen, zumal dort ein dichtes Gedränge herrschte.

Auszug aus der Pressemitteilung, welche wir HIER bereits veröffentlichten:
„Das Vorhaben wird durch die Stadt Annaberg-Buchholz im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Städtebaulicher Denkmalschutz“ gefördert.
Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Erzgebirge unterstützen die Wiederherstellung des Geläuts, bei der die Glocken und der Glockenstuhl auf den ursprünglichen Zustand zurückgeführt und damit das Originalklangbild der wertvollen und seltenen Otto-Glocken erreicht werden.
Auch der Förderverein zur Restaurierung des Kirchturmes der St. Annenkirche e.V. unterstützt das ehrgeizige Vorhaben.“

Am 30. September werden die Glocken wieder in Annaberg-Buchholz zurück erwartet. Sie werden bis zum 3. Oktober auf dem Unteren Kirchplatz aufgestellt, bevor sie an diesem wieder ihren Platz im Kirchturm einnehmen werden.
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httpvh://www.youtube.com/watch?v=V2zyKompZbA

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  1. Und so sah das 1813/14 aus:
    Am 07. März 1813 schlug ein Blitz während eines Wintergewitters in den Kirchturm ein, woraufhin dieser völlig ausbrannte und die Glocken zerstört wurden.

    1814 wurden die damals neuen Glocken mit drei Pferdegespannen auf den Marktplatz gezogen und dort dem Volke vorgestellt, bevor sie die Große Kirchgasse hinauf und auf dem Turm gezogen wurden.

    Quelle der der Lithographien:
    ANNABERG-BUCHHOLZ – Das Stadtbild im Spiegel graphischer Darstellungen aus vier Jahrhunderten, Herausgegeben vom Erzgebirgsmuseum Annaberg-Buchholz, Druckhaus Karl-Marx-Stadt, Betrieb Druckerei Annaberg-Buchholz

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