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Freie Presse: Freude übers Gipfelkreuz währt nicht lange

Bergkreuz auf dem Bärenstein

Gipfelkreuz auf dem Bärenstein

Die Lokalredaktion der Freien Presse berichetete am 24.10.2008 über die Errichtung eines Gipfelkreuzes auf dem Bärenstein in etwa 900 Meter Höhe.
Wir fanden beim wochenendlichen Frühstück Gefallen an der Idee das Kreuz zu fotografieren bevor es án andere Stelle versetzt wird. Genaues weiss man noch nicht. Der Sachsenforst und der Erzgebirgszweigvereins Bärenstein müssen und wollen da eine Lösung finden.
Wenn es dann so ist, wie in der FP beschrieben, dann finden wir die 4 massiven Schrauben im Bärensteiner Basalt nicht eben passend in einem Schutzgebiet.
Wir hängen mal ein paar Fotos des Gipfels, mit Blick in die Berge und auf die Cranzahler Talsperre als Serie mit ran und verfolgen den weiteren Fortgang der Dinge in Bärenstein.
Vieleicht wissen Mario und Jana Langer von der Pension Zur Fichte mehr über diese Posse am Berg?

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  1. Es wird mit Sicherheit zu einer Einigung kommen. Auch ich bin der Meinung, dass dieses Kreuz an der falschen Stelle angebracht wurde. Ich bin mal gespannt, wie sich das entwickelt.

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  2. Das Kreuz mit dem Kreuz ist schon ne seltsame Geschichte. Was soll das eigentlich bedeuten? Ich kanns ja verstehen, dass man nach der erfolgreichen Besteigung eines 3.000er ein Zeichen der Dankbarkeit – an wen auch immer – errichtet. Für die, die daran glauben kann es dann auch ein Kreuz sein (allerdings gibt es da auch schon geschmackvollere), oder das Foto der Mutter… oder das Schweißtuch… (vom anstrengenden Gipfelaufstieg). Mein Vorschlag wäre ja, eine kleine Kapelle dort zu errichten. Das macht man in den Bayerischen, Schweizerischen und Tiroler Bergen auch manchmal. Oder wie wärs mit einem kleinen Ausschank für die durstigen Gipfelstürmer? Aber, halt, das würde ja dem Bergwirt die Kundschaft rauben. Außerdem vermisse ich das übliche Gipfelbuch, damit sich auch recht viele dazu äußern können, wie beschwerlich der Aufstieg war, wie herrlich die Aussicht gewesen ist und dass man bald wieder kommen werde. Insgesamt sollen wir mit unseren Gipfeln anders umgehen. Es müssen mehr Kreuze her! Auch auf dem Pöhlberg vermisse ich ein solches Marterwerkzeug schon seit meiner Jugend. Und was ist mit dem Fichtelberg, dem Scheibenberg… Wo sind nur endlich die Kreuze im Gebirge, wie sie unsere Alten noch zeichnen konnten? Es ist nicht so wichtig, am Annaberger Markt stehend nicht zu erfahren, wo es zum Frohnauer Hammer oder zum Pöhlberg geht, ein Kreuz auf einer lächerlichen Bodenerhebung von etwas über 800m ist da schon wichtiger… Das scheint mir der Gipfel von diesem Kreuz zu sein. Oder?

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  3. Natürlich wird man sich einigen, aber es steht dann bestimmt an einer anderen Stelle. Und ich finde dort gehört natürlich eins hin!

    Im übrigen gibt es ein schönes Gipfelkreuz auf dem Mühlberg, der ist zwar nicht so hoch und Bergsteiger muss man auch nicht sein, um es zu erreichen, dafür ist es aber sehr schön!

    Kann man auf dem Blog vom Klitscherkloss ansehen!

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  4. Also ich spreche mal für das Gipfelkreuz auf dem Mühlberg.

    Es sollte eigentlich auf den Amtsberg gesetzt werden. Und zwar als symbolische Verbindung zwischen den Orten Dittersdorf, Weißbach und Schlösschen. Da der Amtsberg so ziehmlich zwischen den Orten sich befindet. Ist zwar nur eine kleine Erhebung, hätte für den Zweck aber gut gepasst.
    Doch die Dittersdorfer und die Weißbacher waren sich in der Vergangenheit und Gegenwart noch nie richtig grün! Was der Bürgermeister öfters zu spüren bekommt. Das Grundstück um den Amtsberg gehört einen Weißbacher. Herr Müller vom Heimatverein Dittersdorf (ein sehr tüchtiger und eherenamtlich tätiger Rentner) ist aber aus Dittersdorf. Er hatte das mit dem Gipfelkreuz in Bewegung gebracht. Und natürlich hat der Weißbacher sich dagegen stark gemacht und es kam so wie es kommen musste. Der Dittersdorfer sagte irgendwann, du kannst mich mal. Das zu Punkt eins.

    Herr Müller ging zur Gemeinde fragte nach einer Alternative und los gings.

    Aber denkste!

    Die Rechnung machte er aber ohne den sächsischen Amtsschimmel. Es gab ein Monate langes hin und her, denn für so eine Baugenehmigung! gab es ja gar kein Antragsformular. Was soll man da blos machen? Außerdem steht dieses Kreuz in unmittelbarer Nähe zu einem Vermessungspunkt. Höchste Alarmstufe für den Beamten!

    Nur durch seine erzgebirgische Sturheit, hat es Herr Müller mit senen Helfern geschaft sich über alle Hindernisse durchzusetzen, nicht zu letzt mit Hilfe von Bürgermeister Krause!

    Und so steht auf dem Mühlberg in Dittersdorf ein Gipfelkreuz, auf dem sicher so einige O-thaler neidisch sein werden.

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  5. Ach ja, hatte ich vergessen: mir scheint, dass es Leute gibt, die wollen aus Sachsen mit seinem Erzgebirge ein zweites Bayern machen. Möglicherweise soll ja dem Wanderer dieser Glaube auch aufgezwungen werden.
    Im Übrigen: wer es sich zutraut, kann ja mal dort an der Stelle (das Goldkämmerchen am Bärenstein) den Abstieg wagen – autsch…

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  6. Ich zitiere hier den niederösterreichischen Bergsteiger, Gymnasiallehrer und Schriftsteller Eugen Guido Lammer (1863-1945) aus einem Aufsatz von 1928 unter dem Originaltitel „Naturfreunde und Naturschutz“:

    „… Was hat das Kreuz in der Gebirgsöde zu sagen? Dieses Denkmal des scheußlichsten Justizmordes aller Zeiten! Lasset doch die Sprache der Elemente rein erklingen, lasset die Natur unverfälscht zu eurer Seele sprechen! … Soll es Gottesdienst sein, diese gottatmende Einöde, diese uralte reine Gottnatur zu verfälschen mit aufdringlicher , keim menschlicher Sentimentalität? Wollt ihr auf den Bergen beten, so betet nicht zu euren süß-kitschigen Bildern, sondern verehrt eure Gottheit in der furchtbaren Erhabenheit der Naturelemente!
    Ist es mit Kriegerdenkmälern auf Bergeshöhe besser? … Auch andere Menschendenkmale haben nichts in der Wildnis zu tun. Zum Beispiel Gedenktafeln für Verunglückte: Im Herzen der Nahestehenden mag das Andenken der Armen fortleben, aber in der großen Natur da verweh sein kleiner Name wie sein kleines Leben. In diesem Geist also und nicht aus volksfeindlichem Hochmut rufe ich allen Sinnesgleichen, also alle wahren Naturfreunde, dazu auf, die Berge von unwürdigem Menschenwerk rein zu halten oder wieder zu reinigen, damit wir dieses hehre Naturdenkmal für uns alle und für unsere Kinder und Enkel unversehrt retten.“
    Und das sind Wort aus dem vorigen Jahrhundert. Sind wir etwa immer noch dort, oder schon wieder auf dem Kreuz-Weg dorthin…?

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  7. Ein Auszug aus Wikipedia: „…auf Bergen montiert, deren Gipfel die Baumgrenze überschreitet…“ . Nun muss nur noch der gesamte Baumbestand auf dem Bärenstein weggeholzt werden und schon passt das doch wieder ;O).

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  8. Was Gotthard Schicker zum Gipfelkreuz auf Erzgebirgshöhen und anderswo schreibt, ist so gut durchdacht und publiziert, dass es dem nichts hinzuzufügen gibt.
    Ich wünschte, bei allem Respekt für die Arbeit des Erzgebirgsvereins, die Initiatoren hätten vorher nachgedacht und sich umfassend kundig gemacht. Das wäre besser für sie
    und die Natur gewesen.

    „O Arzgebirg, wie biste schie,
    stellt ja net su viel Zeich dort hie.
    Lasst de Natur und freit eich dra,
    denn die ist für uns alle da !“

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