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Die Weihnachtspyramiden waren bis in die 30iger Jahre ausschließlich Weihnachtsschmuck in den Wohnungen

2015 Anschieben Weihnachtspyramide Frohnau Annaberg-Buchholz Erzgebirge

Der Frohnauer Steiger Traugott Pollmer kam dann so 1926 auf eine Idee

Warum stellen wir nicht für Jedermann einen Pyramide im Freien auf. Daran kann sich Jeder freuen und viele Menschen haben etwas davon. Aber erst 3 Jahre nach seinem Tod in 1931 begannen die Arbeiten an der ersten Freilandpyramide des Erzgebirges. 1933 feierlich eingeweiht wurde sie schon zwei Jahre später wieder abgebaut und ist seitdem nicht wieder aufgetaucht.

Seit vielen Jahren ist die derzeitige Pyramide Treffpunkt der Frohnauer. Zu Beginn der Weihnachtszeit wird die Weihnachstpyramide angeschoben. Die Kinder des Kindergartens, genannt auch die Silberlinge, eröffnen die Zeremonie mit einem umfassenden Weihnachtsprogramm. Und da die Geschichte des Bergbaus in der oberen Region mit dem Daniel Knappe begann, der in Frohnauer Natur Silber unter einer Baumwurzel fand, können die Kids der Neuzeit alle notwendigen bergbaulichen Lieder und Gedichte.

Und so begann alles in den Bergen:

Der Traum des Daniel Knappe Annaberg-Buchholz, Erzgebirge

Das muß eine wilde Zeit gewesen sein, denn dicke Waldungen bedeckten noch den Pöhlberg und die anderen Berge, und die Bären und Wölfe kamen bis vor der Menschen Häuser. Im Dorfe Frohnau lebte damals ein Bergmann mit seiner kranken Frau und sieben Kindern. Er war ein fleißiger und rechtschaffender Mann und hieß Daniel Knappe. Unverschuldet war er in große Not geraten und wußte keinen Außweg.
Da schien ihm eines Tages im Traume ein Engel. Er sprach zu ihm: „Geh morgen hinaus in den Wald droben am Fuße des Schreckenberges. Dort wirst du eine Tanne finden, die alle anderen Bäume an Höhe überragt. Sie hat in den Zweigen ein Nest mit goldenen Eiern. Suche den Baum, denn die Eier sind dein! Doch wisse sie auch wohl zu gebrauchen!“

Am nächsten Morgen brach der Bergmann auf, um draußen im Walde jenen wundersamen Baum zu suchen. Und bald hatte er nahe der Wolfshöhle die Tanne entdeckt, von der er sich die goldenen Eier versprach. Das machte ihn fröhlich. Bis in des Wipfels höchste Zweige war er gestiegen, doch fand er weder Nest noch die goldenen Eier. Da kehrte seine alte Traurigkeit zurück.

Und weil ihm der Baum genarrt hatte, stieg er unmutig herab, um sich am Fuße des Baumes eine kleine Ruhe zu gönnen. Er dachte über sein Schicksal nach und auch darüber, ob er den Traum nicht falsch gedeutet haben könne. Dabei fiel ihm ein, daß unter den Zweigen wohl auch die Wurzeln des Baumes vestanden sein könnten. So eilte er heim hohlte Gezäh und begann, nahe des Baumes die Dammerde zu durchbrechen, um einzuschlagen.

Er glaubte, den Augen nicht trauen zu dürfen, denn gar nicht weit von der Oberfläche blinkten ihm mächtige Silbergänge entgegen, die nach allen Seiten strichen.
Ein solcher Anbruch konnte nicht verborgen bleiben. Alsbald war die Kunde über alle Lande verbreitet. Das machte Mut zum Bergbau. Und so zogen viele herzu, um sich in der wilden Gegend niederzulassen und zu schürfen.

Herzog Georg den Bärtigen veranlasste das, eine neue Bergstadt zu gründen. Am 21. September 1496 wurde der Grundstein zum ersten Haus dieser neuen Stadt am Schreckenberg gelegt, die später Sankt Anna zu Ehren Annaberg geheißen wurde. Zum Andenken an Daniel Knappe heißen noch heute die Bergleute im allgemeinen die Knappen und der Fundort nach Knappes Weib Katharina Kathelstein.

(Quelle: Die Silberne Rose – Europäische Bergmannssagen von Blechschmidt, Leipzig 1984, Sagenbuch des Königreiches Sachsen von Meiche, Leipzig 1903)

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Und dann nahm der weihnachtliche Vorlauf seinen Gang. Eltern mit ihren Kindern, Bratwurst und natürlich Kinderpunsch und Glühwein. Aber das Wichtigste sind die vielen Gespräche der Frohnauer unter sich und die gemütlich und interessiert schauenden Touristengesichter.

Sehr schön, und Glück Auf!

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