Im Zusammenhang mit der Annaberger Kät wurde mir von Bekannten das Gebäck „Fassl-Kuchen" genannt. Kennen Sie dafür das Rezept? Wird das Gebäck während der Kät angeboten? Werner Körnig, Chemnitz
Bei den folgenden Rezepten handelt es sich um den Versuch einer Rekonstruktion eines sehr alten Annaberger Gebäcks, welches schon vor über 300 Jahren hauptsächlich auf der Annaberger Kät angeboten worden sein soll. Letztmalig ist es in. den 30er Jahren unseres Jahrhunderts auf dem traditionsreichen erzgebirgischen Volksfest gesichtet worden. Es wird vermutet, dass der Annaberger-Salzer-Bäcker das Rezept mit ins Grab genommen hat.
Variante 1: l Pfd. flüssiger Waldblüten-Honig wird mit l/2Pfd. Zucker verrührt und erhitzt; alles wieder erkalten lassen; l 1/2 Pfd. Mehl, 2-Teel. Zimt, 1/2 Teel. gestoßene Nelken, 3 zerstoßene Nelkenpfeffer (Piment) werden untergemischt; - 3 Teel. Pottasche und 1 Teel. Hirschhornsalzwerden getrennt in je 2 Essl. handwarmem Wasser angerührt und unter den Teig gegeben und kurz durchgeknetet. Der Teig kommt jetzt in seine abgedeckten Holz-„Fassl" an einen kühlen Ort und bleibt dort etwa 2 Tage stehen; vor der Weiterverarbeitung muss sich der Teig wieder, auf Zimmertemperatur erwärmt haben; jetzt immer 1/2 Hand voll Teig nehmen und zu handtellergroßen, runden, dünnen Scheiben formen und auf einem leicht gefetteten Blech bei mittlerer Temperatur in der Röhre ausbacken.
Variante 2: 1 Pfd. hellen Sirup erhitzen, eventuell abschäumen und erkalten lassen, mit l Pfd. Mehl (3 Teile Weizen- und l Teil Roggenmehl) vermengt; 1/2 Teel. Zimt, 2 gestoßene Nelken, 2 gestoßene Kardamom, 2 gestoßene Nelkenpfeffer (Piment) sowie etwas Muskat und l Prise Salz unter den Teig geben und weiter wie unter Variante l beschrieben, verfahren.
Erschienen in der Erzgebirgs Rundschau - Kätzeitung 1998
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