Zwitterfeld zu Zinnwald

Die bergmännische Erschließung und Besiedlung des oberen Osterzgebirges ging von Graupen (heute: Krupka/Tschechien) aus. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts bestand dort bereits eine böhmische Ansiedlung, die ihre Entwicklung zur Bergstadt und zum Wohlstand reichen Zinnerzlagerstätten verdankte. Bei der Erzsuche drangen die Bergleute auch weiter gegen den Erzgebirgskamm im Norden vor und wurden schließlich mit reichen Erzanbrüchen belohnt.

Seit Mitte des 15. Jahrhunderts ist im größeren, böhmischen Teil der Zinnwalder Lagerstätte der Tiefbau nachweisbar. Im kleineren, sächsischen Teil begann die Zinnerzgewinnung erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Diese Erzfunde waren Anlass für die Gründung der Bergorte Böhmisch – Zinnwald (heute Cinovec / CR) und später von Sächsisch – Zinnwald.1953 bildete sich am letztgenannten Ort durch Zusammenschluss die Gemeinde Zinnwald – Georgenfeld. Sie ist 1994 durch Eingemeindung ein Ortsteil der nahegelegenen bekannten Bergstadt Altenberg geworden.

Der traditionsreiche Bergbau beschränkte sich zunächst auf die Gewinnung von Zinnerzen, in der Mitte des 19. Jahrhunderts kam der Abbau von Wolframerzen dazu, und seit 1890 wurde außerdem noch „Zinnwaldit“ (Lithiumglimmer) bis zum Ende des 2. Weltkrieges gefördert. Der im Jahre 1686 angesetzte Tiefe-Bünau-Stollen war der wichtigste Stollen für alle Zinnwalder Reviere und damit die Lebensader für das Bergbaugeschehen beiderseits der Landesgrenze. Mit Beendigung des 2. Weltkrieges wurde wegen Erschöpfung der Erzvorräte der Bergbau in Sächsisch-Zinnwald eingestellt.

Erst im Jahre 1990 erfolgte die Betriebseinstellung des Grubenbetriebes auf tschechischer Seite in Cinovec. Seit 1969 sind die Grubenbaue im deutschen Lagerstättenteil über viele Jahre hinweg wegen möglicher Bergschadengefährdung für die Oberfläche mit großem Aufwand verwahrt worden. In den Jahren 1990 – 1992 wurde durch umfangreiche bergmännische Sicherungs- und Herrichtungsarbeiten im Tiefen-Bünau-Stollen ein räumlich sehr ausgedehntes Besucherbergwerk geschaffen.

 

Öffnungszeiten: 

Dienstag bis Sonntag 10:00 bis 15:00 Uhr
Führungen für Gruppen ab 10 Personen können auch außerhalb der Öffnungszeiten erfolgen. (Bedarf einer vorherigen Anmeldung)

Allgemeines zur Führung:

Ausschließlich Führungen mit Begleitpersonal
Führungsdauer: ca. 1,5 Stunden
Höchstanzahl der Gäste pro Führung: 30 Personen
Gruppenvoranmeldung erwünscht
Schutzkleidung und Geleucht werden gestellt, festes Schuhwerk ist empfehlenswert
Temperaturen untertage: 8° bis 10°C

Zur Buchung des untertägigen Bergmannsfrühstücks ist eine schriftliche Voranmeldung nötig.
Das Mindestalter für Besucher beträgt 6 Jahre in Begleitung von Erwachsenen.

Kontakt

Besucherbergwerk „Vereinigt Zwitterfeld zu Zinnwald“
Goetheweg 8
01773 Zinnwald-Georgenfeld

Telefon/ Fax:    035056/ 31344
E-Mail: info@besucherbergwerk-zinnwald.de

Ansprechpartner:          Dipl.-Geologe Wolfgang Barsch