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Opfer des NS-Terrors geehrt

Vor wenigen Minuten fand am Denkmal der Opfer des NS-Terrors im Stadtpark (Alter Friedhof) hinter der Trinitatiskirche eine Gedenkveranstaltung statt. Eine kleine Bergmannskapelle spielt auf, Schüler verschiedener Schulen legten ebenso Kränze und Gebinde nieder wie Persönlichkeiten unserer Stadt (sie kamen mir teilweise entgegen). Auch die Presse ist vor Ort.

Ich war derart von dieser Veranstaltung überrascht (ich glaubte, Barbara Uthmann würde geehrt, weil dort alle versammelt waren), dass ich ein Foto nur über die Friedhofsmauer machen konnte, weil ich gleich zu einer Elternversammlung in die Schule musste und keine Zeit weiter hatte.

Also schrieb ich auch noch: Aber eines noch: es sieht schon etwas abartig aus, wie die feinen Sträuße und Gebinde an einem fast restlos verwahrlosten Grabmahl niedergelegt werden.

Aber das war nur vorübergehend.

Auf dem Heimweg von der Elternversammlung ließ mir dies nämlich keine Ruhe und ich lief nochmals durch den Stadtpark. Und dann sah ich die Überraschung: nicht Barbara Uthmann, sondern die Opfer des NS-Terrors wurden geehrt. Deshalb habe ich nun auch die Überschrift und den Text im Nachhinein richtig gestellt und noch vier Fotos hinzugefügt.

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  1. Kann mal jemand prüfen, ob es sich bei dem „Grabmahl“ für Barbara Uthmann in Wirklichkeit doch eher um ein Mahl statt um ein Grab handelt. Eisenstuck hatte es als Gedenkmahl errichten lassen, wie eine Bodentafel in dessen Nähe aussagt. Denn, wo sich das eigentliche Grab befunden hat, weiß man wohl nicht mehr. Eine andere These meint allerdings, dass diese verwitterte Plastik, dieser Schandfleck für Annabergs „Wohltäterin“, damals über dem Grab der Uthmann errichtet worden sein soll. Und wiederholt haben wir festgestellt, dass es sich „um einen fast restlos verwahrlosten“ Stein handelt, den wir dort schmücken, wie Thomas Jacobi sehr richtig bemerkt. Haben wir denn nun noch Hoffnung, dass dies auch von den Verantwortlichen gelesen wird, beachtet und gar darauf reagiert wird? Oder ist das Blog in solchen Fällen nur zu bedauernswerten Feststellungen von Missständen ohne Konsequenzen verurteilt? Auch zu anderen kritischen und heimatlieben Bemerkungen haben die Verantwortlichen bisher keinen Mucks gesagt. Oder hab ich da was überhört oder überlesen? Wollten wir nicht mal gesammelte Blog-Werke an diese übergeben und um Stellungnahmen bitten? Nimmt man uns etwa nicht ernst in unserem Bestreben, etwas für das Erzgebirge und auch für seine „Denksteine“, deren es (auch im übertragenen Sinne) zahlreiche gibt, zu tun? Aber vielleicht hat man beim letzten Blogger-Mittagessen schon längst darüber beraten und ich komme mit meinen wieder einmal zu spät…!

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  2. Macht nichts. Kann passieren. Gut dass überhaupt jemand dort war und davon berichtet hat… Danke, Thomas! Aber auch dieses Denkmal macht einen ob seines Zustandes (der mit dem von der Barbara und dem dahinter mit dem Engel und dem ehemaligen Gruften der Eisenstucks u.a. nicht vergleichbar ist) sehr nachdenklich und betroffen. Muss also von meinem Kommentar nichts zurück nehmen, eher darauf hin erweitern – was ich allerdings in einem anderen Beitrag bereits ausführlich getan hatte.

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  3. Ich habe ja nun heute die Grab- und Denkmäler aus der Nähe gesehen. Eine gewisse Grundreinigung (vielleicht durch Sandstrahlen oder Ähnlichem) würde wohl allen mal gut tun.

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  4. Mein Kenntnisstand über den Uthmann-Gedenkstein auf dem Friedhof an der Trinitatiskirche ist folgender: 1834 von der Kaufmannsfamilie Eisenstuck in Gedenken an Barbara Uthmann erreichtet (Bildhauer: Franz Pettrich, Dresden); tatsächlich unter der Maßgabe, dass sich darunter das Grab der Uthmann mit einem Behältnis mit den Gebeinen und der originalen Grabtafel befindet.
    Laut Richter-Chronik von 1746 lautet die Inschrift der Grabtafel:
    „MDLXXV
    den 14. Januar ist die
    Erbare und
    Ehrentugendsame
    Fraw Barbara, Herr
    Christoph Vthmans
    seeligen, hinterlassene
    Wittfraw in Gott
    seelig entschlaffen,
    deren Seele Gott der
    Herr gnad.
    Ihres Alters LXI Jahr.
    Hat erlebt LXIV
    Kinder und Kindes-
    Kinder.“

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