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Ausnahmegenehmigung sorgt für Unmut

Der Wagen der OB vor dem Rathaus.

Der Wagen der OB vor dem Rathaus.


Man mag zu der derzeitigen Parkplatzsituation und der Knöllchenpolitik der Stadt Annaberg-Buchholz stehen, wie man will, sie sorgt auf alle Fälle für Gesprächsstoff.
Fakt ist, dass derzeit viel in Annaberg-Buchholz gebaut wird, so u.a. die Tiefgarage und auch der Fleischerplatz. Letzterer diente als Parkplatz für die Mitarbeiter des Rathauses und soll dies wohl auch künftig wieder tun.
Doch was ist das?
Fast täglich steht im Halteverbot ein schwarzer Audi – jener der OB. Nun wäre das ja nicht weiter schlimm, aber:
Wenn irgendwo in Annaberg-Buchholz jemand im Halte- oder Parkverbot steht, dauert es gar nicht lange und ein kleines Zettelchen klemmt hinter dem Scheibenwischer an der Frontscheibe.
So unterhielten sich heute Vormittag in der Nähe des abgestellten Wagens der OB zwei Männer doch relativ lautstark, wie unsensibel bzw. provozierend das Ganze für sie sei. Sie erinnerten sich an einem Theaterbesuch an einem Freitag, bei welchem Kinder und Leute mit Handicap (sie sagten Behinderte) um 10:00 Uhr eine Vorstellung besuchten. Da manches dieser Kinder ins Theater getragen werden musste, parkten die Fahrer auch noch bis hinunter an die Einmündung zur Scheibnerstraße, also vor den ausgewiesenen Parkplätzen und demzufolge im Halteverbot. Und tatsächlich: die Besucher waren gerade im Theater verschwunden, da tauchte auch schon der bekannte Mann des Ordnungsamtes auf und waltete seines Amtes. Ratzfatz wurden Fotos gemacht und die Frontscheibe mit einem Papierchen verziert. Der Besitzer des Wagens kam nach ca. 10 Minuten wieder (da war der Ordnungshüter schon entschwunden) und staunte nicht schlecht, wie teuer urplötzlich der eigentlich kostenfreie Theaterbesuch für ihn war.
Dann nannten sie noch ein zweites Beispiel: Diese Woche am Dienstag früh auf der Wolkensteiner Straße war ein Schild aufgestellt (stand aber schon seit Freitag), dass ab 07:00 Uhr die von unten gesehen rechte Seite zum Halte- bzw. Parkverbot erklärt wurde wegen der Straßenreinigung. Die Kehrmaschine fuhr auch pünktlich durch. Als diese dann vorbei war, stellte sich ein Auto der Sozialstation auf einem der Stellplätze. Punkt 07:10 Uhr kam wieder jener fleißige Mann des Ordnungsamtes und erledigte seine Pflicht.
Angesichts dieses Gespräches konnte ich es mir nicht verkneifen, das Auto der OB im Halteverbot (in diesem Falle genauer im eingeschränkten Halteverbot, was bedeutet, dass das Halten auf der Fahrbahn über 3 Minuten, ausgenommen zum Ein- oder Aussteigen oder zum Be- oder Entladen, verboten ist) einmal abzulichten und diesen Artikel zu verfassen.
Sehr geehrte Frau OB, sollten Sie diesen Artikel lesen, dann nehmen sie ihn sich zu Herzen. Ich weiß, dass Sie eine Sondergenehmigung haben, aber stellen Sie ihr Fahrzeug doch wie alle anderen Mitarbeiter des Rathauses auf einem Parkplatz oder an anderer Stelle ab, wo es für jedermann ersichtlich ist, dass Sie keine Sonder-Sondergenehmigung benötigen. Dass Sie dann ein paar Meter mehr laufen müssen, werden Sie überleben und dient sogar Ihrer Gesundheit. Zumindest aber würden die Bürger der Stadt dies anerkennen und vielleicht etwas weniger auf Sie schimpfen. 🙂
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PS: Die vielen Schimpfworte, welche in diesem Dialog zwischen den beiden Männern fielen, habe ich weggelassen.

4 Kommentare

  1. Ganz grandios war es auch die Gabelsberger Straße (was wurde da eigentlich gemacht?) zu sperren, während die Geyersdorfer Straße inklusive Parkplätze komplett gesperrt ist. Immerhin nutzen gerade in dieser Zeit viele Anwohner und Angestellte genau diese Straße 🙂 .

    Trotz allem scheint mir die Geyersdorfer recht hübsch zu werden :-).

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  2. Ja, die Geyersdorfer scheint recht ordentlich zu werden. Bin mal gespannt, ob die bei uns hier vor der Haustür auch so eine Verkehrsinsel bauen wie vorn an der Andreasgasse (wo die Fußgänger rüber können). Früher waren da ja solche gelben Verkehrshindernisse aufgebaut…

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