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Alles fertig vorbereitet – der Weihnachtsmarkt 2012 in Annaberg kann eröffnet werden …

Ich war nochmal kurz sperrguschen und habe ein paar Fotos mitgebracht. Noch sind einige Budenbesitzer am Tun, letzte Vorbereitungen werden getätigt. Schnee ist genug da und morgen wird vor der Eröffnung noch reichlich dazu kommen. Die Kinder fiebern dem Anschieben der Pyramide schon entgegen und ich habe so in der 9 Stunde heute am Abend richtig den Glühwein und die Bratwurst riechen können. Nun wird es Zeit – es beginnt eine wunderbare Zeit auf dem Annaberger Markt.

 

20 Jahre „lebendige“ Annaberger Marktpyramide – Erlebbare Bergbau-, Glaubens- und Stadtgeschichte

Jedes Jahr lädt am Freitag vor dem 1. Advent um 17.00 Uhr lädt ein einmaliges Ereignis nach Annaberg-Buchholz ein, das man in dieser Form nur in der Erzgebirgsstadt erleben kann. Die große 10,5 Meter hohe Marktpyramide wird „lebendig“. Symbolisch steigen die geschnitzten Figuren von ihrem Sockel herunter und stellen sich den Besuchern vor. Gleichzeitig eröffnet Oberbürgermeisterin  Barbara Klepsch den Annaberger Weihnachtsmarkt.
Gäste und Einwohner haben auch in diesem Jahr am 30. November um 17.00 Uhr die Gelegenheit, im Rahmen eines Schauspiels einen Blick in die Geschichte von Stadt und Region zu werfen. Wissenswertes über historische Persönlichkeiten, typische Handwerke sowie Bergbau- und Stadtgeschichte wird dabei den Besuchern vermittelt. Bergknappschaft und Bergmusiker sorgen dabei für den stimmungsvollen Rahmen.

In diesem Jahr feiert Annaberg-Buchholz ein kleines Jubiläum. Seit 20 Jahren gibt es die neue Annaberger Marktpyramide. Am 4. Dezember 1992 wurde das Wahrzeichen des Annaberger Weihnachtsmarktes offiziell seiner Bestimmung übergeben.
Das Auftragswerk der Stadt Annaberg-Buchholz ist eine Gemeinschaftsarbeit ortsansässiger Künstler, Handwerker und der Kommune. Die Grundidee für die Pyramide kam von Holzbildhauer Volker Gräfensteiner. Die Metallbauarbeiten
übernahm die Firma Maschinenbau Leibelt aus Annaberg-Buchholz. Sie fertigte auch den Antrieb. Um Beplankung und Dach kümmerte sich die Annaberger Holzkunst GmbH. Die Beleuchtung installierte die Elektrofirma Dieter Schulze aus Annaberg-Buchholz. Koordiniert wurden die Arbeiten damals von Kommunalamtsleiter Günter Hofmann sowie Marktmeister Peter Fischer.
Das Kunstwerk, das im Sommer 1992 von der damaligen Stadtverordnetenversammlung beauftragt wurde, ist der Nachfolger einer Freilandpyramide, die im Volksmund auch „Bohrturm“ genannt wurde. Mit ihren gedrechselten Figuren, die spiralförmig um die Welle angebracht waren, erinnerte sie an die Geschichte von Stadt, Bergbau und Erzgebirge.

Die Schöpfer der neuen, etwa 10,5 Meter hohen Annaberger Marktpyramide mit ihren meisterhaft geschnitzten Figuren verbanden die Historie von Stadt und Region mit erzgebirgischen und christlichen Traditionen. Bezüge zum Bergbau finden sich ebenso wie christliche Motive, die auf die Advents- und Weihnachtszeit hinweisen.
Am Sockel der Marktpyramide schuf Holzbildhauer Klaus Giese einen geschnitzten Adventskalender. Vier große Holzreliefs zeigen Szenen der biblischen Weihnachtsgeschichte. Bildlich dargestellt sind die Verkündigung der Engel auf dem Hirtenfeld, die Ankunft der Weisen aus dem Morgenland und die Geburt Jesu Christi im Stall von Bethlehem.
Die meisterhaft gestalteten Figuren auf den Drehtellern schuf Volker Gräfensteiner, ein äußerst begabter Annaberger Künstler. Sein Anliegen war es, mit der Pyramide auf historische Persönlichkeiten sowie erzgebirgische Traditionen hinzuweisen. Kunstmaler Günter Kreher aus Wiesa gestaltete die Figuren farblich.
Auf der Annaberger Marktpyramide finden sich der wettinische Herzog Georg der Bärtige, der am 21. September 1496 die „Neue Stadt am Schreckenberg“, das spätere Annaberg, gründen ließ, in trauter Gemeinschaft mit dem deutschen Rechenmeister und Bergbaugelehrten Adam Ries, der von 1522/23 bis zu seinem Tod im Jahr 1559 in der Erzgebirgsstadt wirkte. Eine Reverenz erweist man der ersten deutschen Montanunternehmerin und Bortenverlegerin Barbara Uthmann, die im 16. Jahrhundert von Annaberg aus maßgeblich zur Entwicklung des Montanwesens und zur Verbreitung des Bortenwirkens beitrug.
Mit der Darstellung Daniel Knappes -alias Caspar Nietzelt- wird des großen Silberfundes am 28. Oktober 1491 gedacht, der zur verstärkten Besiedlung der Region und zur Stadtgründung von Annaberg führte. Darüber hinaus findet sich mit der heiligen Anna die Namensgeberin der Stadt auf der großen Marktpyramide. Mit Georgius Agricola ehrt man einen Bergbaugelehrten, der mit dem berühmten Buch „De re metallica“ im 16. Jahrhundert ein Grundwerk für das gesamte Montanwesen schrieb. Außerdem sind typische Handwerker, wie z. B. Bergmann, Posamentierer und Klöpplerin auf der Annaberger Marktpyramide dargestellt. Beide Holzbildhauer, Klaus Giese und Volker Gräfensteiner sind inzwischen verstorben.

[Aus der PM der Stadtverwaltung Annaberg-Buchholz]

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